Auch Esoteriker haben manchmal recht, aber anders, als sie behaupten (/meinen?)
ml, 20170526



1          Kontext und Zweck dieses Textes
2          Der Grundkonflikt menschlichen Lebens als "Polarität" dargestellt
2.1          "Polarität" und "Einheit" im Sinne Dethlefsens
2.2          Polare Gespaltenheit als krank machend
2.3          Dualität und Gehirnhälften
3          Ein falsches Bild von Wissenschaftlichkeit
3.1          Modellbildung als einzige Tätigkeit der Wissenschaft
3.2          Kausalität
3.3          Analogieschlüsse
3.4          Systematische Verwechslung von Betrachtung und Tatsächlichkeit, von Wirkungsmechanismen und Abstraktionen
3.5          Vernunftgebrauch ist verpflichtend!
4          Konsequenzen und therapeutische Anwendungen
4.1          Kosmisches Bewußtsein
4.2          Ich und Selbst, Schatten und Sterben
4.3          Schuld, Sünde und Feinde
4.4          Sieg der Liebe und Ende der Täuschung

^Inh 1 Kontext und Zweck dieses Textes

Dieser Text ist eine Reaktion auf den Vortrag von Thorwald Dethlefsen mit dem Titel Dualität und Einheit, der offensichtlich zentrale Momente seiner Theorie beinhaltet, und der dem Verfasser als CD-Aufzeichnung jüngst begegnete.

Absicht dieses Textes ist es, aus der Sicht eines konventionellen professionellen Wissenschaftlers die begrüßenswerten Aspekte dieses Vortrages herauszupräparieren, um zwischen den wohlmeinenden Vertretern der verschiedenen Denkansätze möglichst breiten Konsens zu finden. Dabei aber auch alle aus dieser Sicht schlicht falschen Aussagen und methodischen Ansätze deutlich als solche zu benennen und zurückzuweisen.

^Inh 2 Der Grundkonflikt menschlichen Lebens als "Polarität" dargestellt

Wenn wir versuchen, den Aufbau und die Grundgedanken des Vortrages von Dethlefsen schlicht und ohne Bewertung wiederzugeben, so wird das erschwert durch die sich bereits in seiner Grundlegung aufdrängenden substantiellen Einwände. Es werden aber auch duchaus zustimmungsfähige Aussagen getroffen, wenn diese auch weder sehr neu noch besonders aufregend sind:

^Inh 2.1 "Polarität" und "Einheit" im Sinne Dethlefsens

Zunächst wird, dem Titel entsprechend, der Widerspruch zwischen "Polarität und Einheit" auf- und der Mensch dort hinein-gestellt. Der Mensch werde durch die Wissenschaft in die Dualität gezwungen; er lebe sowohl in der theoretischen Betrachtung als auch in der täglichen Praxis in der Spaltung: immer heißt es Entweder-Oder. Immer seien wir gerfordert, es entweder so oder so zu betrachten, demonstriert an einer berühmten optischen Kipp-Figur. Die Entscheidung für das eine ist der Verzicht auf das andere. Der Mensch wird zwischen diesen Polen förmlich "zerrieben"!
"Heil" ist nur die "Polarität der Polarität", die "Einheit, die Hochzeit zwischen Sonne und Mond".

Nun, dies berücksichtigt nicht, erstens, dass, wenn ich Wissenschaft im Sinne von konkretem Erkenntnisgewinn betreiben will, diese Spaltung ja gerade das Ziel meiner Bemühungen ist: trifft die Ausage zu oder trifft sie nicht zu? Dies ist ja gerade die Frage, die mich interessiert. Und dass, zweitens, ja niemand mich zwingen will, am wenigsten die Wissenschaft selber, allen Fragen des Lebens wissenschaftlich zu begegnen.
Ich kann als Mensch auch Gegensätze gleichzeitig denken, auch wenn das nicht immer angenehm ist. Oder es ist Sache der Übung, wie im Zen-Buddhismus und ähnlichem. Die Dichotomie folgt aus der Bewertung, und diese kann ich ja einfach -- sein lassen!
Möglich sind mir auch Zwischenstufen, Vermittlungen, Kompromisse. "Polarität" ist ein Hilfsmittel der Modellbildung, oft sehr nützlich, aber niemals zwangsläufigerweise als notwendig zu setzen.

Psychotherapeutisch ist es allerdings durchaus lobenswert, dem Menschen die Auswirkungen polaren Denkens klarzumachen. Es ist halt eine Aussage über das Funktionieren der Seele, nicht über die Struktur der Welt. Dies ist ein wichtiger Unterschied. 1

Weiterhin heißt es, das "Heil-Werden" bestehe im Übergang aus der Dualität in die Einheit. Das sei das Thema aller Philosphien, Religionen und Esoteriken. Mit den voranstehenden Einschränkungen können wird dem durchaus zustimmen.

Weiter: "Wir können uns Einheit nicht vorstellen, wir können sie formulieren, wir müssen sie fordern."
So heißt es gleich zu Beginn des Vortrages, und da schon wollen wir protestieren, denn diese "Einheit" ist, und das ist sehr wirkungsvoll, allemal konkret erfahrbar. Die "unio mystica" der Asketen; die sexuelle Ekstase; der Flow-Zustand jedes Kreativen; die Konzentration des Stabhochspringers und des Motorradfahrers, -- all dies sind Situationen, in denen der Geist sich mit seinem Gegenstand vereint und die Trennung Ich-gegen-Nicht-Ich aufgehoben wird, in konkret erfahrbarem, substantiellem und nicht-weg-diskutierbarem Erlebnis.
(Ja, selbst das intensive Betreiben der so gescholtenen Wissenschaft kann den Wissenschaftler als ausführenden Menschen über die Grenzen des eigenen Ichs hinaustragen in das Erleben dieser All-Einheit, -- Ekstase der Erkenntnis, Erektion durch Erschaffen ...)
Das ist dann Einheit, und diese ist damit selbstverständlich konkret erfahrbare Wirklichkeit.

(Nun gut, gegen Ende wird des Vortrages wird Dethlefsen dann ähnliches selbst äußern, und es mag als rhetorisches Mittel durchgehen, Naheliegendes am Anfang zu verschweigen, um es durch Hintanstellen zu betonen.)

"Wir können Ganzheit nur im Nacheinander erfahren, obwohl sie als Gleichzeitiges gegeben ist." Dies ist wiederum eine durchaus richtige Aussage über die Wirkungsweise menschlichen Erlebens, und eine pädagogisch durchaus wichtige Warnung, wenn mit uns der Überschwang mal wieder in die eine der beiden Richtungen durchzugehen droht !-)

^Inh 2.2 Polare Gespaltenheit als krank machend

Zunächst ist es weiterhin selbstverständlich ebenfalls richtig, das "Dualität" als schmerzhaft empfunden werden kann. Ja, sogar als krank machend: sich für das eine zu entscheiden und auf das andere verzichten zu müssen kann, besonders nach manches Jahr fortgetragenen Fehl-Entscheidungen, bis zum vorzeitigen Herztod gehen.

Auch diese Dualität ist also eine Realität, und dass sie krank machen kann ist zweifelsfrei möglich. Aber sie ist eine solche Realität als ein seelisches Phänomen.
Es ist völlig überflüssig, sowohl für die Darlegung dieses Prinzips, als auch für das Finden eines Gegenmittels, seine weitergehende Geltung zu fordern und eine grundlegende esoterische Welt-Erklärung zu konstruieren, die diese Prinzipien zum primum movens einer ganzen Wissenschaftstheorie machen will. Es ist nicht nur nicht nötig, sondern auch schädlich, da das, was an diesen Aussagen richtig ist, mit solch überzogenen Ansprüchen unnötigerweise belastet wird.

^Inh 2.3 Dualität und Gehirnhälften

Die unterschiedlichen Funktionsweisen und Aufgaben der beiden Gehirnhälften des Menschen ist zunächst zwanglos auf das Prinzip der Dualität beziehbar: die linke Hälfte ist dominant, wann immer man "vernünftig redet", die rechte, wenn man fühlt.

Die rechte Hälfte beinhalte die "Ewigkeit, holistisches Sehen, gleichzeitiges Dasein,, ganzheitliche Wahrnehmung."
"In Paniksituationen schaltet das Gehirn auf die Dominanz der rechten Hälfte. Nur deren ganzheitliche Wahrnehmung ist schnell genug zur Gefahrenabwehr. Dort aber herrscht Zeitlosigkeit. Das bewirkt den Lebens-Film," also das oft berichtete Wieder-Erleben des gesamten Lebens im Moment von Todesnähe. 2

Weiter heißt es "Meditationstechniken wollen umschalten auf [eine Dominanz der] rechte[n] Hälfte" und weiter: Rechts und links sollen eins werden, keine Hälfte in die Dominanz gehen, vielmehr beide gleichzeitig voll bewußt sein ...Genau das sei "Erleuchtung", der Schritt in die "Einheit".

Dem kann man durchaus zustimmen.
Hingegen durchaus fraglich ist dass "das wissenschaftliche Weltbild das der linken Gehirnhälfte [sei], nur die Hälfte der Wahrheit." Dies klingt doch sehr nach rein äußerlichem Analogie-Schluss, nach rein formaler Metapher, s.u. Abschnitt 3.3 ("Analogieschlüsse ").

Und "unsere Kultur ist kopflastig, dominant links." Ist der hier herrschende Kapitalismus mit seinem Egoismus und Raubtierverhalten nicht vielmehr extrem rechts-lastig?

^Inh 3 Ein falsches Bild von Wissenschaftlichkeit

Unredlich am Vortrag von Dethlefsen ist, dass einem Publikum, offensichtlich von Nicht-Wissenschaftlern, ein Bild einer Wissenschaftlichkeit gezeichnet wird, das einerseits so unbefriedigend ist, dass die sich selbst als 'esoterisch' bezeichnenden Ansätze freudig begrüßt werden, die über dessen Engstirnigkeit hinauszugehen versprechen, was aber andererseits mit der Wirklichkeit von aktueller Wissenschaft nicht da geringste zu tun hat.

^Inh 3.1 Modellbildung als einzige Tätigkeit der Wissenschaft

Wir setzen im folgenden voraus, dass jede zeitgemäße Wissenschaftstheorie, in welchem Maße und in welcher Weise auch immer, jedenfalls wichtige Grundschritte der 'kopernikanischen Wende' (Schopenhauer) mitgemacht hat, die in der Transzendentalanalytik Immanuel Kants vollzogen wird. Danach ist es so, dass jede Form von Vernunft-Betätigung immer nur Modellbildung ist. Die 'Welt an sich', 'Das Ding' ist uns nicht zugänglich, -- wir haben nur Erfahrungen, die vom 'Ding' und von 'uns selbst' in gleichem Maße und un-dividierbar bestimmt werden, und was wir aus diesen Erfahrungen konstruieren ist 'die Welt wie sie uns erscheint', die sogenannte 'Wirklichkeit', wo es Wirkung gibt und Zeit und Zusammenhänge. All dies hat die Ding-Lichkeit, die Realität, nämlich nicht.

Wichtiger vielleicht, allemal revolutionärer, ist eine zweite Erkenntnis Kants, dass Die Vernunft ein großartiges Werkzeug ist, das beste was wir haben, aber nur für genau diejenigen Anwendungsfälle, für welche die Evolution sie hervorgebracht hat. Überschreitet sie die Grenzen ihrer Anwendbarkeit, so liefert sie Unsinn. Gefährlichen Unsinn.

Vernunft im Allgemeinen, und Wissenschaft im Besonderen, beschäftigt sich ausschließlich mit Modellen. Das sind zunächst völlig psycho-interne Spielereien mit völlig inhaltsleeren Symbolen und festen, genau definierten Regeln.
Die Ergebnisse dieser Spielereien können dann evtl. auf die Realität übertragen werden, an dieser gemessen. Sie überschreiten aber ontologisch niemals diese Grenze: sie sind Modelle, werden es bleiben, und behaupten auch nie, etwas anderes zu sein.

Sie können einen Teil der Re-alität abbilden und mehr oder weniger exakt simulieren, behaupten aber nie, diese Realität, was immer das sei, be-gründen zu können:
Der Statiker, der mit der Zähigkeitskonstante von Stahl eine Brückenkonstruktion berechnet, weiß immer, dass es unterhalb seiner eigenen Modellwelt die nächste Modellwelt der Werkstoffkunde (als Teil der Chemie) gibt, die über Bindungskräfte und Atome redet, darunter die Atomphysik, darunter die Theorie der Elementarteilchen, etc, Die Ergebnisse der Werkstoffkunde fließen in die vom Brückenbauer verwendeten Konstanten ein, -- die Berücksichtigung ihrer Modelle selbst aber würde ihn bei seiner Arbeit nicht nur nicht fördern, sondern sogar erheblich behindern. Dass er haltbare Brücken konstruiert bedeutet nicht, dass er deren Haltbarkeit in naiven Sinne 'begründen' könnte.

Keine ernstzunehmende Wissenschaft behauptet von sich, Realität zu begründen. Das aber (a) wirft die Esoterik ihr vor, und (b) behauptet es dann von sich selbst.

Allerdings ist dieser Modellcharakter auch ein Grund, warum die Esoterik viel öfter recht hat, als ein kritischer, aber nicht wissenschaftstheoretisch geschulter Betrachter vermuten mag: So lange sie nämlich Modelle aufstellt, die auf die Realität beziehbar sind, macht sie nichts anderes als die konventionellen Wissenschaftler, und die redlichen unter denen werden ihr das nicht verwehren wollen. Sie kann also gerne den 'Astral-Leib' oder die 'Bad Vibrations' oder die 'Aura' behaupten. So lange sie (a) damit überprüfbar konsistent operiert, und (b) die Ergebnisse sich an der Erfahrung messen lassen, tut sie nichts anderes als die konventionelle Wissenschaft, die statt dessen von 'Erregungszuständen' oder 'Neurotransmittern' redet.
Das macht die Unterscheidung deutlich schwerer: wahre Scharlatanerie entlarvt sich nicht einfach durch die Nomenklatur.
So kann z.B. 'feinstoffliche Gestimmtheit' durchaus dieselbe Rolle in einem Erklärungskontext einnehmen, die sonst vielleicht 'unterbewußte Belastung und erhöhter Muskeltonus' hat. Beides kann sogar austauschbar werden und beides mit selbem Recht verwendet, wenn es die o.e. Kriterien korrekter Modellbildung erfüllt.

Deutlich zeigt sich dieser fundamentale Unterschied in der Wissenschaftstheorie bei den häufigen Fragen der Laien, was denn 'die Wissenschaft in diesem konkreten Falle raten würde'. Hier ist meistens, zur Verwunderung des Fragenden, zu antworten: 'Gar nichts. Die Wissenschaft macht Aussagen über Durchschnittswerte, über Serien von vielen Fällen, über Wahrscheinlichkeiten. Wie das BEI DIR konkret werden wird, kann mit wissenschaftlichen Methoden, also mit Mitteln der Vernunft, niemand vohersagen.'
Das Maß der daraus resultierenden Verwunderung ist ein deutliches Indiz des Grades der Fehleinschätzung von Wesen, Anwendbarkeit und Anspruch wahrer Wissenschaftlichkeit!

^Inh 3.2 Kausalität

Das der wissenschaftliche Begriff von "Kausalität" immer eine temporale Folge "Ursache zeitlich vor Wirkung" beinhaltet, wie Dethlefsen im weiteren behauptet, ist schlichtweg falsch, -- die Statik einer Brücke ist ein einfaches Gegenbeispiel. Überhaupt wird wieder unterschlagen, dass "Kausalität" spätestens seit Kant ausschließlich auf der Ebene der Modellbildung, im Hirn des Denkenden, vorliegt. Die Realität kennt keine Kausalität und auch, wie Dethlefsen sehr richtig anmerkt, keine Zeit. Zeit ist eine Form der Anschauung.

Sein Beispiel ist der Zigarettenautomat: Angeblich lasse "die Wissenschaft" immer nur den zeitlich geordneten Ablauf gelten von vorangehender Wirk-Ursache und späterer Folge: Wenn ich eine Münze in den Automaten werfe, kommt danach unten eine Packung Zigaretten heraus, und das sei die einzige Form der Kausalität, welches "die Wissenschaft" kenne. Hingegen die finale Kausalität, dass deshalb Zigaretten erscheinen, weil ich rauchen will, sei der Wissenschaft fremd und nur dem Esoteriker bekannt.

Dies ist entweder perfide, oder rührend naiv: Ein flüchtiger Blick allein in das Inhaltsverzeichnis der Vierfachen Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde hätte gezeigt, dass diese Problematik seit 1813 mit hinreichender Genauigkeit untersucht worden ist.

Genau umgekehrt wird ein Schuh draus: "Grund" im Sinne der Kausalität kann ja auch die Konstruktionsweise des Automaten sein; dass der Ingenieur korrekte Mechanik entworfen hat; dass der Hersteller vor zehn Jahren hinreichend verschleißarme Materialen eingekauft; dass in Mittelamerika die Sonne geschienen hat, als die Tabakpflanze wachsen wollte. "Kausalität" gibt es immer nur auf der Ebene der Modellbildung, niemals in der Realität. Das sagt zuerst einmal die Wissenschaftstheorie selbst, -- die Esoterik mag es gerne nachreden ...

"Ein Mensch ist erkrankt, damit er später zu höherer Erkenntnis gelangt." Solche Aussagen würde die "wissenschaftliche Medizin" allemal ablehnen.
Das aber stimmt wohl oft, aber nicht unbedingt! Wenn die Krankheit z.B. aus Verhalten entsteht, welches durch ihren akuten Ausbruch problematisiert und verändert wird, kann man eine solch 'finale Formulierung' durchaus wählen, sie wäre genauso richtig oder falsch wie die zeitlich umgekehrt gerichtete Formulierung.

Kausalität lebt nur auf der Ebene der Modellbildung, und da ist alles erlaubt, was zum Ziel führt. Z.B. die meisten Argumentationsmuster der Evolutionstheorie, bis hin zum 'Schwachen Anthropischen Prinzip', folgend dieser moderneren, 'finalen' Schlussweise.

^Inh 3.3 Analogieschlüsse

Was die Esoterik sehr gerne macht, dass diese Form vielleicht sogar als eines ihre Grundprinzipien anzusehen ist, sind Analogie-Schlüsse. Diese aber sind aus wissenschaflticher Sicht nicht erlaubt! 3
Dabei ist das Prinzip "wie groß so klein", die "Entsprechung von Makro- und Mirokosmos" ein grundlegendes Mißverständnis.

Derartige Entsprechung gibt es allerdings, jedoch nicht als Methode zum Erkenntnisgewinn, sondern (a) entweder durch reinen Zufall, dann ist sie sinnlos, oder aber sinnvollerweise (b) zwecks einer berechtigten, hilfreichen didaktischen Verdeutlichung oder (c) wenn von der einen Größenskala auf die andere Mechanismen tatsächlich durchschlagen, oder (d) wenn tatsächlich gleiche Strukturen UND Mechanismen vorliegen.

All diese Fälle sind durchaus unterschiedlich.

Beispiele sind für (a) die Trübung der Morgenluft an einem trüben Herbstmorgen und die neuen Spannungen zwischen USA und Nordkorea, für (b) wenn Elektro-Potentiale in Halbleiterbauteilen mit Hügeln, Tälern und Gravitation gleichgesetzt werden, und für (c) wenn die Liter-Volumina von zwei Gasen sich im Verhältnis 3 zu 2 verstoffwechseln, weil es deren Moleküle im nämlichen Verhältnis tun.

Der einzig wirklich interessante Fall ist (d), und der ist es auch, der zu dem Missverständnis führte, dass Analogieschlüsse per se ein sinnvolles Mittel der Erkenntnis seien. Beispiel: eine bestimmte Art von Krebsgeschwulst, die spontane Magnetisierung eines bestimmten Metalles bei Annäherung an den absoluten Nullpunkt und ein bestimmtes Wählerverhalten vermehren sich mit derselben Kennlinie dann und nur dann, wenn auf der Ebene der Modellbildung ihrer jeweiligen Wirkungsmechanismen z.B. 'zelluläre Automaten' angenommen werden können, die dieselbe Topologie der Vernetzung UND dieselben Übergangsfunktionen haben, oder zumindest hinreichend ähnliche. In diesem Falle liegt ein 'objektiver' Grund für das Gleichverhalten vor, und dann und nur dann kann sich tatsächlich das eine in dem anderen spiegeln.

^Inh 3.4 Systematische Verwechslung von Betrachtung und Tatsächlichkeit, von Wirkungsmechanismen und Abstraktionen

"Gegensätze schließen sich aus" ist eine etwas un-dialektische Formulierung in diesem Vortrag. Aber kurz darauf heißt es "der eine Pol ruft den anderen hervor, Polarität verursacht ein Oszillieren zwischen den Polen". Dies ist nicht nur naiv-dialektisch, sondern vielmehr extrem gefährlich, sobald das mit dem Beispiel "Krieg--Frieden--Krieg--Frieden" illustriert wird.

Der Vortragende macht denselben Fehler wie Hegel und die anderen Deutschen Idealisten, die meinten, von der Gestalt der menschlichen Wahrnehmung auf die der Welt schließen zu können. 4

Wenn er mit "Polarität" ein Prinzip des wahrnehmenden, ordnenden menschlichen Geistes meint, dann gibt es zunächst keine Berechtigung, dass "Polarität" ein Prinzip der Realität sei. "Etwas Polares zur Polarität, nämlich die Einheit" muss es dann tatsächlich geben, aber ebenfalls nur in der geistigen Modellbildung, in der wahrnehmenden Wirklichkeit und Erfahrung.

Denn: das Prinzip der Polarität als Hilfsmittel auf der Ebene der Erkenntnis, Reflexion und Modellbildung sagt nicht das geringste aus über die Dinglichkeit!
Was man allerdings allemal konkret sagen kann ist, dass menschliches gesellschaftliches Zusammenleben immer auch Konflikte mit sich bringt, die in irgend einer Form ausgetragen, ausgehandelt, austariert werden müssen. Diese Aussage ist richtig, aber auch banal.
Es gibt also ständig, täglich, minütlich ein Oszillieren im Kleinen, zwischen den Polen der verschiedenen persönlichen Interessen. Das tagtägliche gesellschaftliche Funktionieren und seine Tendenzen im Größeren bilden dynamische Systeme.

Wenn die Menge der dabei von den Handelnden ausgeübten Gewalt ein bestimmtes Maß nicht überschreitet, nennt man die Gesamtsituation "Frieden". Dass dieses Oszillieren ubiquitär ist, ist Eigenschaft der Realitäten, der Menschen und ihres Verhaltens. Es speist sich mitnichten aus einem abstrakten Prinzip der "Polarität", und es gibt auch kein solches die Wirklichkeit regierendes Prinzip, welches bestimmen würde, dass diese Phase von "Frieden" zwangsläufig "ihr Gegenteil", den Krieg, hervorbringen müsste.

Wer das behauptet, verwechselt die Betrachtung mit der Sache. "Frieden" und "Nicht-Frieden" sind Definitionsfragen, enstehen als Abstraktionen vom Detail. Aber es gilt eben nicht "das eine drängt dazu, von dem anderen abgelöst zu werden". Vielmehr folgen beide aus den konkreten Mechanismen des Miteinander-Lebens, ob diese adäquat sind und als gerecht empfunden werden, oder nicht.

Die Argumentation aus einem "Prinzip" heraus, zumal aus einem solch abstrakten, rein ästhetischen, ist ein verbotener Schluss vom Formalen aufs Reale, verwechselt sträflich die Ebene der Betrachtung mit der der sich verhaltenden Systeme und ihren Mitgliedern, mit den Tat-Sachen.

Kurz: Zu behaupten, "wegen" einem grundlegenden Prinzip namens "Polarität" müsse "auf Frieden immer Krieg folgen, und umgekehrt", ist leichtsinnig und sträflich.
Ganz im Gegenteil: wenn die konkreten kleinen Konflikte, die unser tägliches Leben ausmachen, aufmerksam beobachtet werden und es als halbwegs gerecht empfundene Ausgleichsmechanismen gibt, sollte "Krieg" als Endzustand einer Eskalation hoffentlich vermeidbar bleiben.
Das fordert die Vernunft.
Jedes rein ästhetische Argumentieren in solchen Zusammenhängen ist zumindest fahrlässig.

^Inh 3.5 Vernunftgebrauch ist verpflichtend!

Es gibt niemals einen Grund, auf die Anwendung von Wissenschaft absichtlich zu verzichten. Dies nämlich deshalb, weil 'Wissenschaft' in ihrem eigenen Sinne ja nicht eine abgesonderte Spezialdisziplin ist, die von 'Wissenschaftlern' irgendwo im luftleeren Raum betrieben wird, sondern nichts anderes als das Sprechen der menschlichen Vernunft selbst. Allerdings durch konsequente Weiterentwicklung ihrer Werkzeuge und Methoden zu einer gewissen Zuspitzung und selbstbezüglichen Spezialisierung getrieben, die dem Laien genau diesen falschen Eindruck vermitteln könnte. Dass nämlich 'Wissenschaftler' ein Beruf wie Fleischer sei, und man als Vegetarier diesen ja nicht brauche. Was zu den hier aufgeführten grundlegenden Missverständnissen zu führen scheint.

Auf die 'Vernunft selbst' zu verzichten ist allerdings nicht nur niemals nötig, sondern vielmehr sogar in keinem Falle jemals moralisch erlaubt. Denn nur sie ist es ja, die uns ermöglicht, den anderen zu 'vernehmen', die Gründe, Beweg-Gründe, Absichten, Nöte und Rechte des jeweils anderen zu erkennen und nachzuvollziehen, andere Gründe als unsere eigenen gelten zu lassen, etc.

Dass dieser Blick durch den tieferen, weiteren, umfassenderen und noch konsequenteren der 'Agape' zu ergänzen ist, sei dahingestellt. Auch dieser darf die Vernunft nicht ersetzen, -- blinde Liebe allein kann bald terroristisch werden, -- auch Dethlefsen wird zum Ende seines Vortrages ähnlich warnen.

Plädieren wir also vehement für die Vernunft und die Wissenschaftlichkeit und zeigen wir, dass da, wo die Esoteriker auf sie verzichten zu müssen glauben, sie dies aus Mißverständnis (oder Böswilligkeit?-) tun, -- da, wo sie über sie hinauszugehen meinen, sie schlichtweg irren. Dass sie allerdings auch oft recht haben, aber anders, als sie selbst behaupten ...

^Inh 4 Konsequenzen und therapeutische Anwendungen

^Inh 4.1 Kosmisches Bewußtsein

Dethlefsen baut (knapp zusammengefasst) folgendes Modell:
(1) Es gibt ein großes, überpersönliches, für alle identisches "kosmisches Bewußtsein". Dieses ist "eines, ein Ganzes".
(2) Das Bewußtsein jedes einzelnen ist genau der Teil dieses Ganzen, mit dem er sich identifiziert.
(3) Das "Unbewußte" ist der Rest, der Teil des kosmischen Ganzen, mit dem "Ich" mich (noch) nicht identifiziere.
(4) Das "Unter-Bewußte" ist eine Art Doppel-Membran, durch die Teile des Unbewußten aufsteigen können, sich erstmals melden und spürbar werden, und von wo aus sie dann ins Bewußtsein gehoben werden können.

Man kann dieses Modell durchaus kritisieren, weil es voraussetzt, dass es 'nur EIN(1) wahres Bewußtsein' gibt, das für alle Menschen verbindlich wäre. Wenn man das in vielen Bereichen auch als terroristisch/faschistisch empfinden mag, so ist es doch im Bereich konkreter Sach-Erkenntnis interessanterweise gerade eben kein esoterisches Modell, sondern vielmehr im Gegenteil das Standardmodell der konventionellen Wissenschaft! Nur dort nämlich ist genau ein solches einheitliches 'Wissen', ergo 'Bewußtsein' zwingende Voraussetzung, jedenfalls als Konzept und Zielvorstellung. Genauer: es ist schon im Prinzip der Vernunft angelegt, mittels derer die verschiedene Individuen ihre (inkommensurablen und inkommunikablen) Bewußtseinsinhalte am je anderen schärfen und überprüfen können, und im kritischen Diskurs zu immer mehr Klarheit und Übereinstimmung kommen können.
Nur dies (oder Ähnliches) kann mit gutem Grunde "überpersönliches" oder gar "kosmisches Wissen" genannt werden, und das Wissen und Denken jedes Einzelnen nähert sich dem als seiner Asymptote an. Über die Jahrhunderte.

Somit ist es gerade die Vernunft (also die Wissenschaft), die das, was die Esoterik nur fordert, tatsächlich konkret realisiert. Jedenfalls ansatzweise ... 5

^Inh 4.2 Ich und Selbst, Schatten und Sterben

Das "Ich" ist also der Teil des unendlichen Bewußtseins, mit dem man sich identifiziert, abgegrenzt vom Rest, mit dem man das nicht tut. Deshalb komme das Ich nicht aus der Polarität heraus.

Zwar lehnen wir jede naive Reinkarnationslehre ab, wie Dethlefsen sie getreu seinem Prinzip "jeder Zustand ruft den dualen hervor" als Abfolge "Tod--Leben--Tod--Leben" aufstellt. Was aber im Fortgang seiner Darlegung zutiefst wahr ist: "Alte Totenbücher sagen: wer leben will muss sterben lernen."
Das sagen nicht nur "Alte Totenbücher", sondern auch die Vernunft, ohne jede Mystik: Die 'Person' steht 'dem Menschen' im Wege, -- das 'Ich', als die Summe der angesammelten Vorstellungen, Erwartungen und Programmierungen, behindert allemal 'das Selbst', und es ist vollkommen richtig, dass genau dieses Ich sterben muss, um das Selbst wieder zu sich selbst kommen zu lassen ...

Auch dies ist eine tiefe seelische Weisheit, die einer pseudo-theoretische Unterfütterung oder Einpackung überhaupt nicht bedarf, um nicht nur unmittelbar einsichtig zu werden, sondern auch sofort praktisch therapeutisch wirkmächtig!

"Das Selbst ist nicht unterscheidbar, es gibt nur das Eine Selbst. Wenn jedes Ich sein Selbst findet, würden alle dasselbe finden."
Das ist wiederum gut gesagt und zweifellos wahr, -- das principium individuationis ist seit Schopenhauer als Teil der Täuschung erkannt.
Der göttliche Funke ist in allen Gehirnen derselbe, auch die Regeln für Musik teilen alle Ausübenden.
Die konkreteste und best überprüfbare Instantiierung aber dieses Allgemein-Einen aber ist wiederum, so sagen wir, die Vernunft mit ihren universellen Regeln, noch weit vor religiösem Schauer, Stadiongemeinschaft oder mystischer Musik.


"Das Ego macht uns unheil. Am Ende sind wir eins mit allem, aber wir sind nicht mehr wir."
"Den esoterischen Weg zu gehen meint für viele zunächst, etwas Neues auszuprobieren. Aber am Ende ist das Ich nicht mehr ich."
"Das Ich muss sterben, und das will es nicht."
"Die Grenze auf die wir so stolz sind [=das Ich] muss aufgehoben werden." 6
"Wir gehen auf unsere Vergangenheit zu."

Dies alles ist zweifellos wahr, aber nicht nur für den, der den "esoterischen Weg" geht, sondern für jeden Lebensweg, solange er Fortschritt und Reifung bedeutet.
Es ist wahr, denn jeder muss ab-arbeiten die Traumata, die Introjekte, die geheimen Botschaften, die pränatalen Prägungen. Und die eigenen vergangenen Erfolge und Fehlschläge.

Dethlefsen aber reicht anscheinend diese doch bis dahin sehr überzeugende und wohl auch wahre Modellbildung unserer psychischen Realitität wieder einmal nicht. Diese muss aufgebauscht werden zu einem Grundprinzip auch der 'pyhsikalischen' Realität, er behauptet (als wäre das dazu nötig) eine "in sich zurückgekrümmten Zeit".
Dies ist aber ein 'Overkill'! 7 , -- für die psychologische Wahrheit dieses Satzes und für seine Relevanz in therapeutischer Hinsicht völlig unnötig.
Schade, das beschwert Anwendung und Diskussion wieder einmal unnötigerweise.

^Inh 4.3 Schuld, Sünde und Feinde

Ähnlich irreal und zu überwinden wie das "Ich" sind auch "die Feinde": diese sind entweder (a) der "abgespaltene Schatten", als der Teil des Selbst, der nicht Ich werden durfte, darin folgt Dethlefsen eng der Modellbildung von C.G.Jung, oder aber (b) Teil des "Schickals", welches letztlich "vom Feind zum Partner wird, der verhindert, dass wir aus eigener Trägheit uns selbst aus der Evolution [der Entwicklung des Bewusstseins] ausklammern." (aus Schickal als Chance, zitiert nach Wikipedia).
Beidem kann man gerne zustimmen.

Bis zu einem gewissen Punkte auch Sätzen wie
"Was die Christen 'Sünde' nennen, kommt von 'ab-ge-sondert'. 'Sünde" heißt, an seinem eigenen Ziel vorbeigehen."
"Alles ist sün-dig, alles ist Schuld."
"Egal wie der Mensch sich entscheidet, er wird immer schuldig." 8
"Welt kann man nicht verbessern, sondern nur verlassen!"

Daran ist viel Wahres, besonders wenn man den Begriff der "Sünde" als 'fremdgesteuertes Verfehlen seiner eigenen wahren Bedürfnisse' interpretiert, also genau konträr zum mittelalterlichen Strafpraxis, die ja gerade die eigensten Bedürfnisse verteufelt.

Bald schon scheint aber mit solchen Sätzen der Bereich des Akzeptablen verlassen: Hier schwingt doch allzuviel Zerknirschung und Weltverneinung mit, -- sollte sich hier archao-katholische und neo-protestantische Entsagungsethik eingeschmuggelt haben? Davon haben wir nun wirklich genug genossen, nein, das ist überflüssig, egal unter welcher Maske es sich tarnt, das ist nicht gesund, nein, das ist krank-machend!

Also Vorsicht!

Bei all diesen und ähnlichen Sätzen müssen wir nochmals genauer hinsehen und das zweifellos richtige von den kranken Resten versuchen zu befreien ...

^Inh 4.4 Sieg der Liebe und Ende der Täuschung

Zweifellos richtig sind Dethlefsens abschließenden Bemerkungen:
"Wie macht man's denn jetzt, die Hochzeit zwischen Sonne und Mond zu finden? Die conjuntio oppositorum?"

Das Prinzip, und auch das ist durchaus vernünftig, bestehe darin, "Das Ich [zu] benutzen, um vom Ich frei zu werden."

"Das grundlegende Mittel ist die Liebe."
Diese wird differenziert in "Eros, Phile und Agape", was zwar eine aufsteigende Skala von 'Ent-Körperlichung' entspricht, aber zunächst keiner Stufe die heilsame Wirkung abspricht: Jede dieser Formen von Liebe ist "Herein-Lassen, ist Öffnen der Ich-Grenze". Um letztlich "eins zu werden mit allem was ist", das altbekannte Ziel der altbekannten Übung der Metta Bhavana.

Aber er vergisst auch nicht zu warnen: "Liebe kann aber auch in Ver-Haftung pervertieren." -- oder "man öffnet sich dem kleinen Ausschnitt und schließt sich dem Rest gegenüber umso mehr ab."

Was dagegen hilft ist eine Art 'Checkliste' der wahren Liebe, -- worauf Dethlefsen aber kommt ist aber nichts anderes als Paulus von Tarsos vor fast zweitausend Jahren im berühmten Kapitel 1 Kor 13 beschrieben hat ...

Zum Schluss, dramaturgisch nicht ungeschickt, widerlegt er scheinbar seinen eigenen Ausgangspunkt: "Polarität ist Illusion".
Er kommt somit am Ende da an, womit moderen Wissenschaft völlig unprätentiös einfach angefangen hätte, nämlich Modell-Bildung auch als solche zu bezeichnen. Das kann man dann auch "Illusion" oder "Artefackt" nennen.

"Es gibt keine Zeit. Sie entsteht als Artefakt der Polarität unseres Bewußtseins."
Alles ist "Maja", Illusion, man kann sich von der Illusion von Raum und Zeit freimachen.

Genau das aber macht die Wissenschaft, jedenfalls die moderne, postKantianische, die Raum und Zeit ent-absolutiert, als reine Formen der Wahrnehmung relativiert.
Und zwar viel konkreter, überprüfbarer und genauer als jede Esoterik.

Dethlefsen hat manch überflüssige Volten geschlagen, --- immerhin, er endet auf den Füßen stehend! Vielleicht, ohne es zu merken.



1 Dethlefsen verschweigt darüberhinaus, drittens, auch, dass es durchaus nicht-polare Wissenschaftsmethoden gibt, z.B. nach der Art der materialistischen und historischen Dialektik. Solche Disziplinen können z.B. sagen: wann immer es einen Standpunkt A gibt, aus dem heraus die Behauptung B wahr ist, gibt es auch einen anderen Standpunkt C, von dem aus sie falsch ist, und derartige Konflikte führt zu weiteren Behauptungen, Standpunkten und Erkenntnissen.

2 Das wiederum passt aber sehr gut zu unserer eigenen Todes-Theorie, cf. Eternal Life, a Matter Of Fact

3 Im Stafrecht sind sie sogar expressis verbis verboten, aus anderen Gründen, nämlich zur Wahrung des Legalitätsprinzips, aber vielleicht motiviert aus einem ähnlichen Strukturgefühl.

4 Das kann man allerdings durchaus guten Gewissens tun, so lange es im Sinne der oben Abschnitt 3.1 ("Modellbildung als einzige Tätigkeit der Wissenschaft ") ausgeführten Kantschen Unterscheidung klar bleibt, dass wir über 'die Welt wie sie uns erscheint', 'wie sie von uns erfahrbar ist' reden, und nicht über eine objektive Ding-lichkeit, 'Re-alität'.

5 Weiterhin behauptet Dethlefsen: "Bewußtsein, Unbewußtes und Unterbewußtes entsprechen der linken und rechten Gehirnhälfte und dem verbindenden Balken". Dies scheint uns aber ein rein formaler Analogieschluss. Es sei aber in diesem Zusammenhange durchaus dankbar erwähnt, dass ausgiebiges Musizieren nachweislich den Balken stärkt und wachsen läßt, also dem Ausgleich zwischen den Gehirnhälften dient, wohltuend für die Gesamtperson!

6 Dies geschieht allerdings schon in der kreativ-künstlerischen Betätigung, die einen Großteil ihres Lustgewinnes aus dieser Aufhebung des Ichs bezieht, cf. Ent-ich-lichung als Ziel --- Egotismus als Methode.

7 Ähnlich wie Nietzsches "Ewige Wiederkehr" ?

8 Ist das missverstandener Goethe, Lied des Harfners?






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